Alle Nachrichten |  Nachrichten suchen:    
Die wahren Geschichten und Figuren hinter dem Erfolgsmusical CABARET
vom: 16.10.2016 11:36 Uhr | Angesehen: 5532


CABARET Ensemble
Foto: Falk von Traubenberg



November 1929: ein junger britischer Schriftsteller im Zug nach Berlin. Sein vollständiger Name: Christopher William Bradshaw-Isherwood. Ein Name, den er hasste, ebenso sehr hasste, wie den Landsitz den er geerbt hatte und die Wertevorstellung der konservativen britischen Oberschicht, in die er hineingeboren war. Mit dieser hatte er bereits in seinem ersten Roman „All The Conspirators“ abgerechnet. In Berlin nannte sich Christopher William Bradshaw-Isherwood nur noch Christopher Isherwood, ließ seine ihm anerzogene Moral hinter sich und stürzte sich ins pralle Leben.
















CABARET Cliff Bradshaw T. Müller Sally Bowles J.Bloch
Foto: Falk von Traubenberg

CABARET Cliff Bradshaw T. Müller Sally Bowles J.Bloch
Foto: Falk von Traubenberg


Auf der Zugfahrt nach Berlin traf Isherwood eine ebenso faszinierende wie zwielichtige Persönlichkeit, die auch auf dem Weg in die Reichshauptstadt war: Gerd Hamilton, Schmuggler, politischer Strippenzieher an der Grenze zur Legalität und Vertreter der Londoner Tageszeitung „The Times“ in Deutschland. Vermutlich entstand schon auf der Fahrt in Isherwoods Kopf die Idee eines Berlin-Romans, aus dem schließlich zwei wurden „Mr. Norris Changes Trains“ („Norris steigt um“) und der Welterfolg „Goodbye To Berlin“, jene beiden autobiographischen Bücher, auf denen das Musical CABARET beruht.
















CABARET Lulu S. Pangl Mary Jane J.Hölscher Uschi J. Brehm Walter T. Scherhag Gerti E. Köstner
Foto: Falk von Traubenberg

CABARET Conferencier A. Prosek .jpgFoto: Falk von Traubenberg


Zu Beginn des Musicals, dessen großartige Verfilmung durch Bob Fosse Liza Minelli 1972 zum Star machte, trifft ein junger Schriftsteller namens Clifford Bradshaw im Zug nach Berlin den Schmuggler Ernst Ludwig, der ihm ein Zimmer in der Pension des verarmten Fräulein Schneider am Nollendorfplatz besorgt. Dort lernt er den älteren jüdischen Obsthändler Herrn Schultz, der Fräulein Schneider den Hof macht, sowie eine junge Prostituierte namens Fräulein Kost, die auf Matrosen spezialisiert ist, kennen. Im Berliner Nachtleben trifft er die exzentrische junge Britin Sally Bowles. Sie ist mit dem Traum von der großen Karriere nach Berlin gekommen, darf aber ihre Lieder im zwielichtigen Kit-Kat-Klub nur singen, weil sie mit dem Besitzer schläft. Bald teilt Cliff sich mit Sally ein Zimmer und es kommt, wie es kommen muss: Sie wird schwanger und Cliff und Sally müssen entscheiden, welche Zukunft sie für die kleine Familie haben wollen. Während Cliff dubiose Geschäfte mit dem Nationalsozialisten Ernst macht, weil er glaubt, bald eine Familie versorgen zu müssen, arbeitet Sally weiter an ihrer drittklassigen Karriere: Sie treibt das Kind ab und kehrt ins Cabaret zurück. Als Fräulein Schneider sich aus politischer Angst von Herrn Schultz trennt, erkennt Cliff, was es heißt, sich mit den Nazis einzulassen und verlässt Berlin – ohne seine Sally!
















CABARET Herr Schultz J. Krause Fräulein Schneider A. Dodenhoff
Foto: Falk von Traubenberg


CABARET Sally Bowles J. Bloch Herr Schultz J. Krause Cliff Bradshaw T. Müller
Foto: Falk von Traubenberg




Tatsächlich wohnte Isherwood in der Nollendorfstraße in Berlin. Sein Wirtin hieß in der Realität: Meta Thurau. Trotzdem basieren alle Figuren des Musicals auf Menschen, denen Isherwood während seines Berlins Aufenthalts begegnet ist. Das gilt auch für Sally Bowles: Isherwoods Bekannte Jean Ross, junge Schauspielerin und später dann glühende Kommunistin, war wie er selbst nach Berlin gekommen, um sich dort neu zu erfinden und sang gelegentlich in verschiedenen Bars der Stadt. Nur eines war tatsächlich anders als im Musical: Isherwood war nicht der Vater des Kindes, das sie abtrieb. Sie gab ihn nur in der Klinik dafür aus.

















CABARET im Gorilla-Kostüm J. Brehm Conferencier A. Prosek



Foto: Falk von Traubenberg




CABARET Ensemble



Foto: Falk von Traubenberg




Als das Musical 1966 am Broadway uraufgeführt wurde, wurde so manches aus Isherwoods Leben verschwiegen. Zum Beispiel der eigentlich Grund, warum er 1929 nach Berlin gekommen war: Er floh vor seiner Mutter ins damalige Mekka der Homosexuellenbewegung. Nirgendwo in der Welt waren die Chancen, sich im schwulen Nachtleben auszuleben, so vielfältig wie in Berlin der damaligen Zeit. Isherwoods Kit-Kat-Klub war eine Kellerkneipe namens Cosy Corner, in der Berliner Arbeiterjungen sich prostituierten. Im Cosy Corner traf er auch seine große Berliner Liebe Walter Wolff, der im Roman Otto Nowak heißt und dort ähnlich narzisstisch wie Sally beschrieben wird.

















CABARET Conferencier A. Prosek Kit-Kat-Girls
Foto: Falk von Traubenberg




CABARET Conferencier A. Prosek 



Foto: Falk von Traubenberg




Da aber die Amour fou im Musical heterosexuell sein musste, erfand der Regisseur der Uraufführung, Harold Prince, als Ausgleich den zwielichtigen Conférencier, für den John Kander und Fred Ebb einige der besten Nummern in CABARET schrieben. Doch auch in den Liedern von Sally und Cliff, Herrn Schultz und Fräulein Schneider – in der Uraufführung Lotte Lenya, deren Karriere 1928 in Berlin begonnen hatte – gelingt es dem Komponisten-Autoren-Duo Kander und Ebb meisterhaft, das Lebensgefühl der frühen 1930er Jahre in ihrem ebenso unterhaltsamen wie beklemmenden Gesellschaftspanorama der späten Weimarer Republik auf die Bühne zu bringen.



Christof Wahlefeld



 



Songliste CABARET



I. Akt



#1 Willkommen, Bienvenue, Welcome Conférancier (Alexander Prosek), Kit-Kat-Girls and Boy (Jürgen 
      Brehm, Judith Hölscher, Elisabeth Köstner, Sandra Pangl, Teresa Scherhag)



#2 Na und Fräulein Schneider (Annagerlinde Dodenhoff)



#3 Don’t Tell Mama Sally Bowels (Judith Bloch), Kit-Kat-Girls and Boy (Jürgen Brehm, Judith Hölscher,
     Elisabeth Köstner, Sandra Pangl, Teresa Scherhag)



#4 Mein Herr Sally Bowels (Judith Bloch), Kit-Kat-Girls and Boy (Jürgen Brehm, Judith Hölscher, Elisabeth
     Köstner, Sandra Pangl, Teresa Scherhag)



#5 Einmalig, himmlisches Girl Sally Bowels (Judith Bloch), Clifford Bradshaw (Tim Müller)



#6 Two Ladies Conférancier (Alexander Prosek), Gerti (Elisabeth Köstner), Lulu (Sandra Pangl)



#7 Ananas Song Fräulein Schneider (Annagerlinde Dodenhoff), Herr Schultz (Jens Krause)



#8 Wer will schon wach sein Clifford Bradshaw (Tim Müller)



#9 Money, Money Conférancier (Alexander Prosek), Sally Bowels (Judith Bloch), Kit-Kat-Girls and Boy
     (Jürgen Brehm, Judith Hölscher, Elisabeth Köstner, Sandra Pangl, Teresa Scherhag)



#10 Oh, wie wunderbar (Heirat) Fräulein Schneider (Annagerlinde Dodenhoff), Herr Schultz (Jens Krause)



#11 Miesnick Herr Schultz (Jens Krause)



#12 Der morgige Tage ist mein Fräulein Kost (Annika Dickel), Ernst Ludwig (Björn Schäffer), Ensemble



II. Akt



#13 Säht ihr sie mit meinen Augen Conférancier (Alexander Prosek), Uschi (Jürgen Brehm)



#14 Maybe This Time Sally Bowels (Judith Bloch)



#15 Wie geht’s weiter? Fräulein Schneider (Annagerlinde Dodenhoff)



#16 Cabaret Sally Bowels (Judith Bloch)



#17 Finale Ensemble



 





| Nachricht auf Facebook teilen |




|Zurück | Druckansicht
Werbung







 
JoCoMa 1.0 | Ein Produkt der Mateo & Mewis AG
Counter








































































 









.

.

 .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.



































































































Unsere Links:
www.apelt-schnipkoweit.de

www.Bonsai.bpo-service.de

bpo-service.de

www.ferienwohnung-andreasberg.com

www.hallo-hildesheim.de

www.hi-markt.de

www.hildesheimer-aussichtsturm.de

www.jetzt-kassiere-ich.de

www.marketing-hildesheim.de

www.monika-hagemann.de

www.profiedv.de

www.reisevereinigung-siebenberge.de

www.seo.profiedv.de

www.stefan-hesse.de

www.webservice-hildesheim.de

www.wega-systems.eu